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Pressemitteilung Nr. 306
München, 14.11.2019

FÜRACKER: LOLA MONTEZ UND ANDERE SCHÖNHEITEN GASTIEREN IM SCHLOSS JOHANNISBURG
Heimatminister kündigt Ausstellung „Ludwig, Lola und Legenden - Schönheiten zu Gast im Schloss“ in Aschaffenburg an

Gemälde von Schönheiten, wie das der Geliebten von König Ludwig I., Lola Montez, werden Teil einer Sonderausstellung in Aschaffenburg. König Ludwig I. von Bayern ließ 1827-1850 in einer beeindruckenden Porträtserie die schönsten Frauen seiner Zeit malen. Die berühmte Schönheitengalerie ist heute Besucherattraktion in Schloss Nymphenburg in München. „Anlässlich der Restaurierung der Galerie ergreift die Bayerische Schlösserverwaltung die einmalige Gelegenheit, Schönheitengemälde der Galerie unter dem Titel ´Ludwig, Lola und Legenden - Schönheiten zu Gast im Schloss` im Schloss Johannisburg in Aschaffenburg zu präsentieren“, kündigt Finanz- und Heimatminister Albert Füracker an. Highlight des Gastspiels in Unterfranken ist das Bildnis der Lola Montez, zweifellos das bekannteste Gemälde der Schönheitengalerie. Die Studioausstellung ist vom 5. Dezember 2019 bis 1. März 2020 täglich (außer Montag) von 10 bis 16 Uhr in Schloss Johannisburg in Aschaffenburg zu besichtigen. In Kooperation mit den Museen der Stadt Aschaffenburg wird sie in den Räumen des Städtischen Schlossmuseums gezeigt. Im Zusammenwirken mit dem VHS-Führungsnetz Aschaffenburg werden zahlreiche Sonderführungen angeboten.

Schloss Johannisburg ist das Wahrzeichen von Aschaffenburg und eines der bedeutendsten Schlösser Unterfrankens. Kein bayerischer König besuchte Aschaffenburg so oft wie Ludwig I. (reg. 1825-1848). Insgesamt verbrachte der Wittelsbacher 21 Sommer in der Stadt am Main, wo er das eindrucksvolle Renaissanceschloss bewohnte und 1840 bis 1848 das Pompejanum als idealisierten Nachbau einer römischen Villa errichten ließ. Genau zu dieser Zeit porträtierte Joseph Stieler im Auftrag des Königs auch die drei Schönheiten Prinzessin Alexandra, Caroline Lizius und Lola Montez, die aufgrund ihrer besonderen Beziehung zu Aschaffenburg im Zentrum der Ausstellung stehen. Prinzessin Alexandra von Bayern, jüngste Tochter des Königspaars Ludwig und Therese, kam 1826 im Schloss Johannisburg zur Welt. Mit ihren Eltern weilte die schriftstellerisch ambitionierte Wittelsbacherin häufig in der Sommerresidenz am Main. Die 16-jährige Bürgerstochter Caroline Lizius lernte der Monarch in Aschaffenburg kennen. Viele Jahre verband ihn ein inniges Verhältnis mit der gebürtigen Aschaffenburgerin, wovon Briefe, Gedichte und zwei Porträtversionen für die Schönheitengalerie zeugen. Mit der vermeintlich „spanischen“ Tänzerin Lola Montez begann der König eine ebenso leidenschaftliche wie verhängnisvolle Affäre, die schließlich zur Staatskrise führte.

Die Porträts der drei Schönheiten und des Königspaars sind in der Ausstellung in Aschaffenburg zusammen mit zahlreichen weiteren, teilweise erstmals öffentlich gezeigten Exponaten in einen beziehungsreichen und amüsanten Bilder-Reigen gesetzt und laden zu einem kurzweiligen Eintauchen in das gesellschaftliche Leben der 1840er Jahre ein.

Schloss Johannisburg, zwischen 1605 und 1614 von dem Straßburger Baumeister Georg Ridinger aus rotem Sandstein errichtet, zählt zu den bedeutendsten Schlossanlagen der deutschen Renaissance. Bis 1803 diente es als zweite Residenz der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten. Nachdem Aschaffenburg 1814 zum bayerischen Staatsgebiet kam, nutzte Kronprinz bzw. König Ludwig I. das Schloss als Sommerresidenz. Besucher können das Schloss trotz der derzeit laufenden Großen Baumaßnahme genießen. Zu sehen ist neben dem Städtischen Schlossmuseum eine spannende Projektion, die den Hochaltar in der Schlosskirche inszeniert, sowie die weltweit größte Sammlung von Architekturmodellen aus Kork. Die Staatsgalerie, die Paramentenkammer und die fürstlichen Wohnräume bleiben während der Sanierungsarbeiten in diesen Bereichen geschlossen.


Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, Postfach 22 15 55, 80505 München
Pressesprecherin: Andrea Ebenhoch-Combs
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