FÜRACKER UND SCHÖFFEL: BAYERISCHES SATELLITENNETZWERK ZUR ERDBEOBACHTUNG AUF DER ZIELGERADE – DIE GROßE REISE KANN BEGINNEN!
„Unsere ‚Satelliten - made in Bavaria‘ stehen in den Startlöchern für ihre große weite Reise! Mit dem erfolgreichen Abschluss der Montage ist ein bedeutender Meilenstein für das Bayerische Satellitennetzwerk ‚CuBy‘ erreicht. Dem Start der fünf Satelliten, voraussichtlich im Juni dieses Jahres, steht damit nichts mehr im Wege. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Wirtschaft, Wissenschaft und Staatsverwaltung in Bayern Hand in Hand arbeiten, um gemeinsam innovative Technologien voranzutreiben. In Zukunft können wir wichtige Fernerkundungsdaten aus dem Weltraum eigenständig erfassen und auswerten. Die gesamte Prozesskette bleibt dabei in bayerischer Hand – von der Datenaufnahme im All, über die Verarbeitung am Boden bis zur Bereitstellung für alle Bürgerinnen und Bürger. Wir schaffen damit eine verlässliche Grundlage für zukunftsweisende Entscheidungen“, freute sich Finanz- und Heimatstaatssekretär Martin Schöffel beim Besuch des „Zentrums für Telematik“ und der Besichtigung der Satelliten am Donnerstag (22.1.) in Würzburg.
„Mit dem im Bereich der Kleinstsatelliten weltweit führenden ‚Zentrum für Telematik‘, dem innovativen Würzburger Satelliten-Start-Up S4 – Smart Small Satellite Systems GmbH und der ‚Technischen Universität München‘ als Forschungseinrichtung von Weltrang haben wir hochkompetente und in Bayern ansässige Partner an unserer Seite. Das Projekt ‚CuBy‘ ist ein Paradebeispiel dafür, wie Hightech-Kompetenz, Forschung und staatliches Engagement optimal zusammenwirken können. Der Freistaat Bayern unterstützt nicht nur durch Fördermittel, sondern tritt im Bereich der Vermessungsverwaltung, und auch beim Biomonitoring, selbst als wichtiger Kunde auf – das unterstreicht unser klares Bekenntnis zur Förderung von Innovation im Bereich der Zukunftstechnologie des Kleinstsatellitenbaus“, so Schöffel.
Prof. Dr. Klaus Schilling, Vorstand des Zentrums für Telematik: „Wir freuen uns, hier innovative Technologien im Kleinsatellitenbereich für kooperative Beobachtungen in enger Zusammenarbeit mit dem Finanz- und Heimatministerium für konkreten Anwendungsnutzen mit einbringen zu können. Für die Realisierung von ‚CuBy‘ waren ganz wesentliche Grundlagen unsere Alleinstellungsmerkmale für hochgenaue Ausrichtung und die Fähigkeit auch größere Stückzahlen von Satelliten herstellen zu können.“
„‘CuBy‘ positioniert Bayern als wichtigen Standort für die Erdbeobachtung. Dank der Expertise in Orbitdynamik und Photogrammetrie an der TUM haben Forschende das Satellitensystem ‚CuBy‘ mit fünf Satelliten konzipiert. Diese erfassen gemeinsam ganz Bayern in mehreren spektralen Wellenlängen und liefern zuverlässige Daten für den ländlichen sowie städtischen Raum. Dies ist besonders für die Landwirtschaft wichtig“, sagte Prof. Dr. Benjamin Busam, Professor für Photogrammetrie und Fernerkundung an der Technischen Universität München (TUM).
Der Freistaat Bayern setzt mit dem Forschungsprojekt „Bayerisches Satellitennetzwerk CuBy“ zusammen mit dem „Zentrum für Telematik“ aus Würzburg, der S4 – Smart Small Satellite Systems GmbH und der „Technischen Universität München“ auf eine zukunftsweisende und wachsende Technologie. Die nur 37 x 23 x 10 Zentimeter großen und 10 Kilogramm schweren Kleinstsatelliten des Bayerischen Satellitennetzwerks operieren in einer Umlaufbahn von 460 Kilometern über der Erde und liefern alle drei Tage hochaufgelöste Bilder von Bayerns Landfläche, die für Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit von großem Wert sind. Mithilfe eines KI-unterstützten Datenauswertungs- und Managementsystems werden diese Satellitendaten effizient gespeichert, analysiert und visualisiert. Dadurch können Informationen zeitnah und zielgerichtet an relevante Stellen innerhalb und außerhalb der Staatsverwaltung weitergeleitet werden.
Die gewonnenen Daten eignen sich ideal für Auswertungen bei Hochwasserprognosen, Klimaveränderungen sowie in der Land- und Forstwirtschaft. Das Projekt unterstützt damit wichtige Bereiche wie beispielsweise Umweltschutz, Hochwasserschutz und Zivilschutz und trägt so zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger bei.
Das Projekt wird in zwei Phasen umgesetzt: Nach dem Transport in die USA im Februar startet voraussichtlich im Juni 2026 eine Demonstratormission mit fünf Satelliten an Bord einer Trägerrakete, um technische Infrastruktur und Datenqualität zu testen. Die ersten Bilder aus dem Weltraum sind in etwa einem Jahr zu erwarten. Nach einem Probebetrieb wird über den Ausbau zur flächendeckenden Erfassung ganz Bayerns entschieden.
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